Die älteste Papeterie in Olten
Das erste Kapitel wurde 1954 geschrieben. Und die Geschichte geht weiter.
Wir sind vorausschauend!
Man schrieb das Jahr 1954. Deutschland wird in Bern Fussball-Weltmeister. In Russland wird das erste Kernkraftwerk der Welt in Betrieb genommen. Und an der Baslerstrasse 20 – wo heute das Warenhaus Coop City allerlei Waren feilbietet – gründet Roman Köpfli sen. die erste Papeterie in Olten. Jahrzehnte später gibt es die Papeterie immer noch. An der Konradstrasse 34, geführt von Susi Köpfli.
Zwischen Basler- und Konradstrasse liegen zweihundert Meter. Zwischen den beiden Standorten aber turbulente Zeiten. In den Achtzigerjahren war die Papeterie Köpfli in der Altstadt ein weit über die Region hinaus bekanntes Fachgeschäft. Roman Köpfli hatte die Papeterie 1960 von seinem Vater übernommen. Susi Köpfli absolvierte von 1965 bis 1967 ihre Lehre bei den Köpflis. Da lernte sie Roman kennen und lieben. Ein halbes Jahr vor Romans Tod, das war im Dezember 2007, musste der Standort in der Altstadt aufgegeben werden. Es folgte der Umzug an die Hammerallee.
Nun hat die wechselvolle Geschichte ein gutes Ende. An der Konradstrasse hat Susi Köpfli ein kleines Bijou geschaffen. Der Laden ist klein und einladend, die Auswahl gross und vielfältig. Sie und Bruno Baumann führen die Papeterie mit viel Engagement und Fachwissen.
«Die Beratung ist eine unserer Stärken. Wir haben Freude am Bedienen. Deshalb dürfen wir auch auf eine treue Stammkundschaft zählen», erwähnt die Geschäftsfrau. Mit den hochwertigen Kugelschreibern und Füllfederhaltern lassen sich auf ausgewählten Papieren wunderbare Geschichten schreiben.

Bild des Gebäudes in der Altstadt (ca. 1911), in das später die Papeterie Köpfli einzog.
Das Reisszeug aus dem 19. Jahrhundert
Als ich 1965 die Lehre in der Papeterie Köpfli in Olten begann, hatte das Reisszeug einen hohen Stellenwert.
Der Bauboom benötigte viele Bauzeichner, Architekten und Ingenieure.
Jedes Mal erfüllte mich der Verkauf eines Reisszeugs der Stufe T oder A mit Stolz.
Meine Gedanken schweiften jeweils ab, ich stellte mir vor welche Zeichnung, präzise damit auszuführen war.
Und zu guter Letzt, ein grosser Gebäudekomplex entstand.
Heute stehe ich nun hier im Stadtmuseum Aarau und übergebe ihnen ein Reisszeug aus dem 19. Jahrhundert, als Schenkung, «mein bestes Stück».
Dieses Altertum hat mich in unserem Geschäft begleitet.
Innerhalb von 73 Jahren haben wir unseren Betrieb innerhalb der Stadt Olten 6x gezügelt.
Das Reisszeug war einfach da, – und kam mit.
An Weihnachten und Ostern präsentierte ich jeweils in den Schaufenstern, die neusten Kern-Artikel.
«Das alte Reisszeug war immer dabei»
Woher es kommt?
Die Vorfahren meines verstorbenen Mannes kann man mit dem Stammbaum bis ins Jahr 1604 nachweisen. Sie kommen aus Meienberg, der Weiler gehört heute zur Gemeinde Sins AG, und waren Freiämter.
Aus diesen Familien entstanden Schlosser, Typografen, Feinmechaniker, Techniker, Künstler, Velofabrikanten und Politiker. Möglicherweise stammt das Reisszeug aus einer der Familien.
In Zukunft werden nun staunende Kinderaugen und wehmütige Besucher, die das Handwerk noch kannten, das gute alte Stück im Museum bestaunen.
Ich bedanke mich recht herzlich bei Ihnen allen, für diesen besonderen Anlass.
Ein grosses Dankeschön an meinen Lebenspartner, der mich in den letzten 16 Jahren begleitet und unterstützt hat und nun mit mir zusammen eine andere spannende Zeit erleben und geniessen wird.
Susi Köpfli, im März 2026

Übergabe mit (von links) Urs Martini, Susi Köpfli, Bruno Baumann und Rudolf Kuhn.